Wirtschaftliche Entwicklung Stammbachs

Vom Beginn der Besiedlung des Raumes etwa bereits um 1.000 v. Chr. bis hinein ins Mittelalter (ca. 1400) ist zu vermuten, dass die Bevölkerung überwiegend von der Jagd, der Fischerei und dem Ackerbau gelebt haben.

1400 bis 1700: Aus den Aufzeichnungen des Chronisten geht hervor, dass um 1400 zwischen Marktschorgast und Münchberg schon Bergbau betrieben wurde. Allmählich begann auch die gewerbliche Tätigkeit. Bäcker, Metzger und Brauer dürften die ersten klassischen Handwerksberufe gewesen sein, die systematisch ausgeübt wurden. Hinzu traten dann auch die Schmiede, Maurer, Zimmerleute und Wagner. Es müssen um 1500 auch schon Glaser vorhanden gewesen sein. In der Vor-Kartoffel-Ära bestellten die Bauern ihre Felder und Wiesen mit anderen Körner- und Hackfrüchten.

1750 Um diese Zeit entstand die älteste hier ansässige Baufi rma. Etwa zu gleicher Zeit dürfte auch eine Saatzuchtwirtschaft gegründet worden sein.
Die hiesigen Zimmerleute hatten damals schon einen guten Ruf. Auf dem textilen Sektor begannen schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts die
Leinweber ihr Wirken. An die Stelle des Hanfanbaues trat der Anbau von Flachs.

1800 Um diese Zeit stand die Leineweberzunft schon in voller Blüte. Die auf
Handwebstühlen erzeugten Stoffe wurden an die Manufakturen in den
Nachbarstädten geliefert. Bald gab es auch hier Fabrikanten, die sich des
Vertriebes der gefertigten Textilien bemächtigten. Noch vor der Jahrhundertwende
entstanden

1800 Um diese Zeit stand die Leineweberzunft schon in voller Blüte. Die auf
Handwebstühlen erzeugten Stoffe wurden an die Manufakturen in den Nachbarstädten geliefert. Bald gab es auch hier Fabrikanten, die sich des Vertriebes der gefertigten Textilien bemächtigten. Noch vor der Jahrhundertwende
entstanden

1900 die ersten mech. Webereien. Vor Beginn des 1. Weltkrieges waren bereits
mehrere hundert Männer und Frauen (auch Kinder) in den Stammbacher
Textilbetrieben beschäftigt. Die Wochenlöhne lagen damals zwischen 5 und 10
Mark bei 60stündiger Arbeitszeit.

1919 Zur vollen Blüte gelangte die hiesige Textilindustrie jedoch erst in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Die Beschäftigungszahl war bereits auf über 1.000 in den Stammbacher Betrieben angestiegen.

1930 Von der großen Arbeitslosigkeit war der Raum Stammbach nur relativ wenig betroffen. Die Schar der Arbeitslosen rekrutierte sich vorwiegend aus Bau- und Metallarbeitern, die zum Teil in den Nachbarstädten gearbeitet hatten.

1933 Auch nach Hitlers Machtergreifung veränderte sich die wirtschaftliche Lage Stammbachs nicht wesentlich. Als 1935 mit dem Autobahnbau begonnen wurde, kamen zusätzliche Arbeitskräfte in den Stammbacher Raum.

1945 Auch die Nachkriegszeit brachte der Textilindustrie zunächst weiteren
Aufschwung. Auch in der Bauwirtschaft ging es steil aufwärts. Die neugegründete Oberfränkische Bauindustrie versorgte einen großen Teil Nordostoberfrankens mit synthetischen Baustoffen.

1976 Mit Ausnahme des größten Textilbetriebes ging es bei allen übrigen Textilbetrieben jäh bergab. Hiervon wurde 1980 auch eine neu gegründete Hemdennäherei mit zeitweilig 200 Beschäftigten betroffen.

1981 Die Zukunft der textilen Monostruktur des Raumes wird im Hinblick auf die
internationalen Abkommen mit Billiglohnländern alsnicht günstig eingestuft.
Auch die Bauwirtschaft, ein weiterer Pfeiler der Entwicklung Stammbachs, stagnierte infolge der Strukturschwäche der Region.

1989 Durch die Grenzöffnung zur ehemaligen DDR mit der Wiedervereinigung rückt Stammbach von einer Randlage innerhalb der alten BRD in eine zentrale Lage an der Achse München - Nürnberg - Berlin. Damit verbundene Hoffnungen auf Ansiedlung neuer Betriebe erfüllten sich jedoch nicht.

2003 Der Niedergang der Textilindustrie in der Region hat sich deutlich fortgesetzt. In Stammbach sind 2 Betriebe mit ca. 190 Arbeitsplätzen im Bereich
der Textilindustrie noch vorhanden.
Das Baugewerbe leidet seit einigen Jahren deutlich unter der Zurückhaltung von
privaten und öffentlichen Investitionen.